Einer der größten Reize des Breisgaus liegt in seiner landschaftlichen Vielfalt, die bereits seine geologische Beschafffenheit vom Westen am Rhein mit einer mittleren Meereshöhe von 200 m hin zum Osten bis zu den hohen Bergen des Schwarzwaldes andeutet - Von den Rheinauen zu den Tälern im Mittelgebirge Schwarzwald.

Entsprechend groß ist das Angebot an landschaftlichen Kontrasten. Zwischen den Weinterrassen am vulkanischen Tuniberg und den Vorläufern des Kaiserstuhls, den fruchtbaren Ebenen und erholsamen Auen entlang des Rheins zu den abwechslungsreichen Obstgärten, Wiesen und Weinhügeln am Fuße des Schwarzwald bis hinein in die typischen Seitentälern des urigen Mittelgebirges - eine Region ganz besonderer Prägung.
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Herzlich willkommen im Breisgau im Badner Land

Franz V. - Herzog von Modena
Franz V. - Herzog von Modena
Die Geschichte des Breisgau im Überblick

"Nichts ist steter als der Wandel" - das wusste bereits der Geheimrat Goethe und diese Geschichte kann auch der Breisgau sehr gut erzählen, denn das Gebiet des heutigen Breisgau war ursprünglich im Besitz der Kelten, später im Besitz der Alemannen. Ab 536 nach Christi wurde der Breisgau dann ein Teil des fränkischen Reiches. Ab dem 11 Jahrhundert war er im Besitz der Bertholdinger. In diesen Entwicklungen haben sich die Grenzen des Breisgaus auch immer wieder verschoben.

Durch zahlreiche Ausgrabungen und Neuentdeckungen der letzten Jahre hat sich die Ausgangslage zur Erforschung des Breisgau am südlichen Oberrhein in frühalamannischer Zeit deutlich verbessert. Der Breisgau war in spätantiker Zeit Grenzraum zwischen Römern und Germanen. Römische Kastelle am Rhein einerseits und frühalamannische Siedlungen in der Ebene und auf den Schwarzwaldrandbergen andererseits lagen zum Teil in direkter Nachbarschaft. Besonders die großflächig ausgegrabene Siedlung von Mengen am Tuniberg und die Höhensiedlung auf dem Zähringer Burgberg erbrachten zahlreiche neue Aspekte zur Archäologie und Geschichte der Alamannen. Die umfangreiche Analyse der handgeformten germanischen Keramik war dabei eine Voraussetzung für die Beurteilung der frühalamannischen Besiedlung im Breisgau, da die Keramik der frühen Alamannen formale Ähnlichkeiten mit der einiger vorgeschichtlicher Besiedlungsphasen aufweist, und es des öfteren zu Verwechslungen kam. (Autorin obigen Absatzes ist Christine Bücker - "Frühe Alamannen im Breisgau")

Das Zentrum des Breisgaus, in welchem die wichtigsten wirtschaftlichen Prozesse laufen wurde nach und nach Freiburg im Breisgau. Diese "Hauptstadt des Breisgaus - Freiburg", begünstigt durch die Lage an einem wichtigen Handelsweg an der Dreisam hatte sich zu einem zentralen Handelsplatz entwickelt und bekam 1120 von Berthold III die Stadtrechte verliehen. Maß-, Zoll- und Münzhoheit, die günstige Lage, der einträgliche Blei- und Silberbergbau im Schauinsland und die aufkommende Granatschleiferei verhalfen der Stadt zu einem schnellen wirtschaftlichen Aufschwung in dessen Verlauf Freiburg die Mittel zur Gründung einer der ersten Deutschen Universitäten hatte.

Bergbau im Schauinsland

Von 1200 bis 1513 wurde in Freiburg das heute weltbekannte Münster erbaut. Trotz einiger längerer Bauunterbrechungen, ist es das Freiburger Münster das einzige Bauwerk in dieser Größenordnung, das in der Gotik vollständig erstellt wurde. Ein Grund dafür waren die oben genannte Silber- und Bleivorkommen, die sich die Stadt zu Nutze machte. Um 1217 wurde der Breisgau zwischen dem Markgrafen von Baden und den Grafen von Kyburg und Urach aufgeteilt. König Rudolph erwarb 1265 durch Heirat den Kyburger Teil für die Habsburger, die schließlich seit Ende des 14. Jahrhundert im Besitz von ganz Baden waren. 1457 stiftete Erzherzog Albrecht VI. Freiburg eine Universität, sie befand sich direkt neben dem Rathaus und hatte anfänglich die Fakultäten Theologie, Philosophie, Medizin und Jura.

Freiburg als Zentrum des Breisgaus im 16ten und 17ten Jahrhundert

Ende des 15. Jahrhundert bis 1796 hatte der Breisgau eine eigene Verwaltung und eine landständige Verfassung. Nach wechselnder Beherrschung durch Frankreich und Österreich nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel der Breisgau 1801 an den Herzog von Modena und 1805 bzw. 1810 an das evangelisch regierte Baden. Dadurch erlitt der katholische Breisgau einen erheblichen Bedeutungsverlust.

Ihre Bedeutung erlangte die Stadt Freiburg erst im letzten Jahrhundert wieder zurück. Freiburg wurde zum badischen Weinbauzentrum und damit auch weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt. Im ökologischen Bereich gehört Freiburg seit den 80er-Jahren zu einer der führenden Städte in Deutschland. Der Ruf der Freiburger Universität geht weit über die Grenzen des heutigen Breisgaus, ja selbst über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus.

Heute ist Freiburg Sitz des Regierungspräsidiums gleichen Namens und Verwaltungssitz der Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Insbesondere der junge Landkreis stiftet oft Verwirrung bezüglich der regionalen Grenzen des Breisgaus. Dies kann aber nicht über die Tatsache hinweg täuschen, dass der Breisgau eine traditionell eigenständige Region mit eigener Kultur und eigenem Brauchtum ist und ein regionales Selbstverständnis hat. Der neuzeitliche Breisgau ist kleiner, wie der historische Breisgau vom Rheinknie gegen Basel bis hinauf zur ehemaligen Mortenau (heute Ortenau).