Einer der größten Reize des Breisgaus liegt in seiner landschaftlichen Vielfalt, die bereits seine geologische Beschafffenheit vom Westen am Rhein mit einer mittleren Meereshöhe von 200 m hin zum Osten bis zu den hohen Bergen des Schwarzwaldes andeutet - Von den Rheinauen zu den Tälern im Mittelgebirge Schwarzwald.

Entsprechend groß ist das Angebot an landschaftlichen Kontrasten. Zwischen den Weinterrassen am vulkanischen Tuniberg und den Vorläufern des Kaiserstuhls, den fruchtbaren Ebenen und erholsamen Auen entlang des Rheins zu den abwechslungsreichen Obstgärten, Wiesen und Weinhügeln am Fuße des Schwarzwald bis hinein in die typischen Seitentälern des urigen Mittelgebirges - eine Region ganz besonderer Prägung.
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Wappen Emmendingen

Emmendingen im Breisgau

Emmendingen ist mit seiner schönen Altstadt, der mittelalterlichen Ruine Hochburg und anderen Sehenswürdigkeiten ein attraktiver Urlaubsort für Gäste aus aller Welt. Weinanbau im Stadtteil Mundingen und im idyllischen Dorf Sexau, gehobene Gastronomie in den Stadtteilen Maleck und Windenreute und die typisch badische Küche lassen auch Gourmetherzen höher schlagen. Wander- und Radfreunden bieten Schwarzwald, mit Naturpark Südschwarzwald (Mitgliedschaft Emmendingens seit 2001) und Breisgau ungezählte Routen.
Emmendingen


Emmendingen im Breisgau

Zu den Emmendinger Impressionen

Geschichtlicher Überblick

Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Emmendingen geht auf das Jahr 1091 zurück. Wenige Jahre später wurde Emmendingen ausdrücklich als Ortschaft erwähnt. Die erste Quelle, die von der Burg Hochburg (Hachberg) spricht, stammt aus dem Jahr 1127. Ebenfalls auf das 12. Jahrhundert geht das Kloster Tennenbach, eine Zisterziensergründung zurück.

1415 verkaufte der Markgraf Otto II. von Hachberg Burg und Herrschaft Hachberg an den Markgrafen Bernhard I. von Baden. Die Markgrafschaft Baden-Hachberg fiel zurück in das badische Stammhaus. Im Jahr 1418 erhielt die Ortschaft Emmendingen auf Betreiben dieses Markgrafen von König Sigismund das Marktrecht. Nur sechs Jahre später wurde der Marktflecken im Mühlburger Krieg eingenommen und fast völlig zerstört. Im Bauernkrieg von 1525 beteiligten sich zahlreiche Emmendinger an der erfolglosen Belagerung der Hochburg und der Zerstörung des Klosters Tennenbach. In der Nachfolge von Markgraf Karl II. wurde 1584 die Markgrafschaft Baden erneut geteilt. Der Marktflecken Emmendingen wurde Residenz der Markgrafschaft Baden-Hachberg unter Jakob III., dem dieser jedoch am 1. Januar 1590 das Stadtrecht verlieh. Im selben Jahr konvertierte Jakob nach dem von ihm einberufenen Emmendinger Religionsgespräch zum Katholizismus. Wenig später starb er im Alter von 28 Jahren. Nach dem erhaltenen Sektionsbericht wurde er mit Arsenik vergiftet. Die Herrschaft fiel zurück an seinen protestantischen Bruder Ernst Friedrich.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Emmendingen fast völlig zerstört. 1648 waren von den vormals 800 Einwohnern nurmehr knapp 100 übriggeblieben. 1809 wird Emmendingen Sitz des gleichnamigen Bezirksamtes, das 1939 zum Landkreis Emmendingen wird. Bei der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 bleibt der Landkreis Emmendingen im Wesentlichen unverändert. Die Einwohnerzahl der Stadt Emmendingen überschritt 1972 im Rahmen der Gemeindereform die 20.000-Grenze. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Januar 1973 beschloss.

Auch die Stadtteile Emmendingen haben eine lange Geschichte. Sie teilten die Geschicke der Stadt und waren Teil der Markgrafschaft Baden-Hachberg. 1803 gehörten sie zum Oberamt Hochberg, aus dem 1809 das Bezirksamt Emmendingen hervorging.

Kollmarsreute wurde 1385 als "zu Kolmers Ruti in Brisgowe" erstmals erwähnt. Der Ort lag ursprünglich an der Elz, wurde dann aber wegen Hochwassergefahr 1784 an die heutige Stelle verlegt. Maleck wurde 1317 als villa Malnegge, Mundingen 1147, Wasser 1419 als "uff dem Wasser" und Windenreute 1094 als Winedoriuti erstmals erwähnt.

Zeittafel:

1091Erster urkundlicher Hinweis auf den Namen Emmendingen: Ein Odalrich de Anemotingen tritt als Zeuge des Grafen Burkhart von Nellenburg auf.
1094Erste Erwähnung Emmendingens in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen (Schweiz).
1127Erste Erwähnung der Hochburg / Hachberg in einer Urkunde des Bischofs von Konstanz.
1158-1161 Zisterziensermönche aus dem Kloster Frienisberg im heutigen Kanton Bern (Schweiz) gründen das Kloster Tennenbach.
1415Markgraf Otto II. von Hachberg verkauft Burg und Herrschaft Hachberg an den Markgrafen Bernhard I. von Baden.
1418Auf Betreiben von Markgraf Bernhard I. erhält Emmendingen durch König Sigismund das Marktrecht verliehen.
1424Im sog. "Mühlburger Krieg" wird Emmendingen von den Truppen einer Allianz mehrerer oberrheinischer Städte unter der Führung von Basel und Strassburg eingenommen und vollständig zerstört.
1525Im Bauernkrieg erheben sich auch zahlreiche Emmendinger gegen die Herrschaft. Sie beteiligen sich an der erfolglosen Belagerung der Hochburg und an der Zerstörung des Klosters Tennenbach.
1556Markgraf Karl II. führt im Hochberger Land die Reformation ein.
1584Nach einer Teilung der Markgrafschaft Baden wird Emmendingen unter Markgraf Jakob III. von Baden-Hachberg zum Mittelpunkt eines eigenständigen Herrschaftsgebietes.
1590Emmendingen erhält von Markgraf Jakob III. das Stadtrecht verliehen.
1590Im sog. "Emmendinger Religionsgespräch" treffen Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche aufeinander. Markgraf Jakob III., der dieses Gespräch veranlasst hatte, tritt wenige Wochen später zum katholischen Glauben über.
1590Der Stadtgründer Markgraf Jakob III. stirbt im Alter von 28 Jahren. Todesursache war vermutlich eine Arsenvergiftung. Seine Herrschaft fällt wieder an die Hauptlinie der Markgrafen von Baden zurück.
1618-1648Der Dreißigjährige Krieg hat für Emmendingen katastrophale Auswirkungen. Zwei Drittel der Gebäude werden zerstört. Durch Hunger, Krankheiten und direkte Kriegshandlungen geht die Einwohnerzahl von etwa 500 auf ungefähr 100 zurück, was einem Bevölkerungsverlust von annähernd 80 % entspricht.
1689Zu Beginn des Pfälzer Erbfolgekrieges (1688-1697) muss die Hochburg an die französische Armee, welche Freiburg besetzt hält, übergeben werden. Die Befestigungsanlagen werden gesprengt. Im selben Jahr wird auf französischen Befehl auch die Emmendinger Stadtmauer geschleift.
1716Fünf jüdische Familien werden in Emmendingen als Schutzbürger aufgenommen. Sie bildeten den Ausgangspunkt der späteren jüdischen Gemeinde.
1757Markgraf Karl-Friedrich erlässt ein Privileg zur Anlage einer neuen Vorstadt, der heutigen Karl-Friedrich-Strasse. Die Häuser müssen nach einem einheitlichen Entwurf ausgeführt werden, weshalb sich die Bebauung über Jahrzehnte hinzieht.
1774-1787Johann Georg Schlosser regiert als Oberamtmann in Emmendingen. In seiner Amtszeit werden zahlreiche Reformen in Landwirtschaft, Handel und Gewerbe angestoßen. Schlosser, der auch literarisch tätig ist, macht sein Haus in Emmendingen zu einem Treffpunkt von Persönlichkeiten der Aufklärung. Seine erste Frau Cornelia, eine Schwester Goethes, ist 1777 in Emmendingen gestorben und wurde auf dem Alten Friedhof beigesetzt. Goethe hat Emmendingen zwei Mal, 1775 und 1779, besucht.
1784Der Landbaumeister Carl Friedrich Meerwein gibt ein Buch heraus mit dem Titel: Der Mensch! sollte der nicht auch mit Fähigkeiten zum Fliegen geboren sein? Meerwein entwirft darin ein Flugmodell und stellt Berechnungen an unter welchen Bedingungen sein Flugapparat auch tatsächlich fliegen konnte.
1796In der sog. "Schlacht bei Emmendingen" treffen französische und österreichische Truppen aufeinander. Es kommt zu mehreren Gefechten in der Umgebung der Stadt.
1802Als erstes Industrieunternehmen der Stadt wird die Papierfabrik Sonntag gegründet, die bis 1980 existiert.
1806Das Kloster Tennenbach wird aufgelöst.
1809Nachdem Baden zum Großherzogtum erhoben wurde, wird aus dem Oberamt Hochberg das Bezirksamt Emmendingen gebildet, Keimzelle des späteren Landkreises.
1835Gründung der Mechanischen Hanfspinnerei, die sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts zum größten Industriebetrieb der Stadt mit über 100 Mitarbeitern entwickelt.
1845Eröffnung des Emmendinger Bahnhofs. Nachdem die Strecke Mannheim-Basel bis Freiburg fertiggestellt wurde, fährt an diesem Tag erstmals ein Zug durch die Stadt.
1846Auf der Staatsdomäne Hochburg wird eine Landwirtschaftsschule eingerichtet.
1848-1849Zahlreiche Emmendinger Bürger beteiligen sich an der Badischen Revolution und unterstützen die Demokratiebewegung. Christian Friedrich Kiefer, Fabrikant aus Emmendingen, wird nach der Flucht des Großherzogs im Mai 1849 zum Mitglied des regierenden Landesausschuss und Ende Juni 1849 sogar an die Spitze der revolutionären Landesregierung gewählt. Er tritt sein Amt aber nicht mehr an, sondern muss, wie viele Teilnehmer der Revolution, in die USA auswandern.
1883Das selbständige Dorf Niederemmendingen wird mit der Stadt Emmendingen vereinigt.
1884Baubeginn für die Heil- und Pflegeanstalt, heute Zentrum für Psychiatrie Emmendingen.
1889Aus der Mechanischen Hanfspinnerei geht die Erste Deutsche Ramie-Gesellschaft hervor (heute Ramie AG), die sich nach dem Ersten Weltkrieg zum wichtigsten industriellen Großbetrieb in der Stadt mit zeitweise bis zu 3.000 Mitarbeitern entwickelt.
1926Baubeginn der ersten Häuser auf der Bleiche. Mit rund 8.400 Einwohnern ist das Gebiet Bürkle-Bleiche heute der größte Stadtteil Emmendingens.
1938Die Emmendinger Synagoge am Schlossplatz wird zerstört. Bei den Tätern handelt es sich überwiegend um Mitglieder der NS-Formationen SA und SA-Reserve, die aus der Stadt stammen.
1939Gründung des Landkreises Emmendingen.
1940-1941Im Rahmen der sog. "Euthanasie-Aktion" werden etwa 800 Patienten der Emmendinger Heil- und Pflegeanstalt in andere Anstalten gebracht und dort ermordet.
1940Die letzten 71 noch verbliebenen Emmendinger Juden werden in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert. 20 von ihnen sterben in diesem Lager, einigen gelingt noch die Ausreise, die verbliebenen 32 werden schließlich nach Auschwitz gebracht. Nur einer überlebt dieses Vernichtungslager.
1945Bei einem verheerenden Fliegerangriff auf die Firmengebäude der Ramie AG sterben 234 Menschen.
1945Mit der Besetzung durch französische Truppen endet in Emmendingen der Zweite Weltkrieg.
1971Im Zuge der Gemeindereform schließen sich die Nachbarorte Kollmarsreute, Windenreute und Maleck der Stadt Emmendingen an. Die Eingemeindung von Mundingen folgt am 1. Januar 1974, die von Wasser am 1. Januar 1975.
1973Emmendingen verfügt über mehr als 20.000 Einwohner und wird deshalb zur Großen Kreisstadt ernannt. Der bisherige Bürgermeister Karl Faller wird Oberbürgermeister.
1975Die Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Emmendingen, der neben der Stadt die Gemeinden Teningen, Malterdingen, Freiamt und Sexau angehören, tritt in Kraft. Zudem bleibt Emmendingen Sitz der Kreisverwaltung, da der Landkreis die Verwaltungsreform ohne größere Veränderungen übersteht.
1990 Emmendingen feiert mit zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und einem historischen Stadtspiel das 400. Jubiläum der Stadtrechtsverleihung.
1998Gründung des Deutschen Tagebucharchivs mit Sitz im Alten Rathaus. Das DTA sammelt Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefwechsel.