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Riegel im Breisgau / am KaiserstuhlWussten Sie, dass sich in unserer Gemeinde die vier Flüsse Elz, Glotter, Alte und kanalisierte Dreisam zum Leopoldskanal vereinigen? Oder ist Ihnen bekannt, dass Sie die letzten 170 Millionen Jahre der Erdgeschichte am Fuße des Michaelsberges mit bloßem Auge erkennen können? Der Kaiserstuhl ist ein erloschener Vulkan, der aus dem Rheingraben ragt. Der Ort Riegel liegt am Nordostrand des Kaiserstuhls und im Breisgau, welche hier eine vorbildliche "Gemeinschaftsregion" bilden und nicht haarscharf abzugrenzen sind. Der Riegeler Michaelsberg ist aber nicht vulkanischen Ursprungs, sondern ein Kalkstein aus dem Mitteljura. |
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Riegel im Breisgau / am Kaiserstuhl
Riegel - Römerstadt im Breisgau / am KaiserstuhlSicherlich kennen Sie Baden-Baden, eventuell auch Augst bei Basel in der Schweiz. Beides waren bedeutende römische Verwaltungszentren. Geografisch gesehen gab es zwischen diesen beiden Städten eine weitere Römerstadt mit Verwaltungsaufgaben: Riegel am Kaiserstuhl. Nach heutigen Maßstäben war Riegel ein Mittelzentrum. Riegel wird deshalb auch als "Freiburg der Antike" bezeichnet.
Die strategische Lage Riegels, zwischen Schwarzwald und Vogesen, war sicherlich ein wesentlicher Grund für die Errichtung römischer Militärlager. Wichtige Handelswege konnten hier kontrolliert und gesichert werden. Auf dem Riegeler Michaelsberg konnte ein Beobachtungsposten einen großen Teil der Rheinebene einsehen und kontrollieren. Aus dem Militärlager entwickelte sich Riegel im späten 1. Jahrhundert n. Chr. nach und nach zu einer römischen Kleinstadt, die als Verwaltungszentrum für das rechtsrheinische Oberrheingebiet fungierte.
Entdecken Sie die Dimension der Römerstadt Riegel auf dem archäologischen Rundweg. Dieser führt Sie u.a. an die Ausgrabung des Mithras-Tempels, an die Rekonstruktionen römischer Anlagen (Ziehbrunnen, Kellerwand) auf Wunsch bei interessanten Gruppenführungen. Seit März 2006 werden rund 300 Ausgrabungsfunde auch im archäologischen Museum ausgestellt.
Zeittafel:
Alle Kulturphasen von der Jungsteinzeit, der Bronzezeit (einschließlich der Urnenfelderkultur), der Hallstattzeit und der Kelten bis zu den Römern sind archäologisch belegt.
| 1.- 4 . Jh | Größte Bedeutung unter der römischen Herrschaft |
| 762, 770 und 781 | Datieren die ältesten Urkunden, die den Ortsnamen Riegel nennen |
| 969 | Die Siedlung Riegel mitsamt 14 abhängigen Dörfern wird dem Kloster Einsiedeln unterstellt. |
| 1180 | Der Zähringerherzog Bertold IV weilt mit Sohn und mehreren Äbten in der Riegeler Burg auf dem Michaelsberg. |
| 2. Hälfte 12. Jh. | Entstehung des heutigen Dorfkerns als Flecken mit der Pfarrkirche St. Martin. |
| 1353 / 1356 | Erwirbt Johann Malterer das Dorf vom Kloster Einsiedeln |
| 1368 | Riegel kommt unter die österreichische Landesherrschaft |
| Ende 14. Jh. | 11 Ortsherren leiten die Geschicke der Gemeinde Riegel Die verlassene Burg wird als Steinbruch genutzt, u.a. für den Neubau eines Wasserschlosses an der Elz. |
| 1633 | Während des 30jährigen Krieges erleidet Riegel starke Beschädigungen |
| 1675 | Zahlreiche Brände durch den Einmarsch der Franzosen |
| 1743 | Abriss der Pfarrkirche St. Martin und Neubau in barockem Stil |
| 1765 | Prinzessin Elisabeth von Baden-Baden erwirbt das Schloss als Alterssitz mit zugehörigem Grundbesitz |
| 1795/96 | Französisches Militär einquartiert. Damals wohnte der spätere Louis XVIII im Riegeler Schloss. |
| 1837-1842 | Bau des Leopoldskanals |
| 1845 | Eröffnung des Bahnhofs Riegel an der Bahnlinie Mannheim-Basel |
| 1894, 15. Dez. | Eröffnung der Kaiserstuhlbahn (Strecke Riegel-Endingen) |
| 1906 | Stromversorgung (Elektrifizierung) |
| 1908 | Wasserleitung wird verlegt. Bau von Wasserwerk und Pumpenhaus |
| 1936, 28. Okt. | Brand der Pfarrkirche St. Martin |
| 1944/45 | Mehrere Bombardierungen mit starken Schäden. 60 % von Riegel wurden zerstört |
| 1964 | Einweihung der Michael - Schule (Grund- und Hauptschule) |
| 1973 | Einweihung der Einsegnungshalle |
| 2001 | Einweihung der Römerhalle |